Damenfußball im Taubertal: Creglingen hat die Nase vorn

FC Creglingen besiegte beim Derby die SGM Weikersheim/Markelsheim/Mergentheim mit 1:0

Mit der Spielvereinigung trat der bereits feststehende Meister der Damenbezirksliga Hohenlohe zum Derby beim drittplatzierten FC Creglingen an. Die Gastgeberinnen trennte nur das schlechtere Torverhältnis von Platz zwei, den der SV Morsbach einnimmt: Für Creglingen war klar, nur mit einem Sieg darf weiter von der Relegation geträumt werden, zumal der viertplatzierte TSV Ilshofen nur drei Punkte dahinter lag.

Creglingen verlor in der abgelaufenen Saison lediglich ein Spiel – und dabei sollte es auch nach dem Derby unbedingt bleiben. Grund für die schlechtere Platzierung sind vergleichsweise viele Unentschieden. Im Verlauf der Rückrunde aber kam Creglingen immer besser in Schwung und fand auch zu alter Offensivstärke zurück. So erzielte etwa Daniela Pfeuffer in der zurückliegenden Saison zwölf Tore und belegt damit Platz zwei im Ranking der besten Torjäger der Damen-Bezirksliga.

Zwei weitere Fakten gaben der Partie ehrgeizige Vorzeichen: Das Creglinger Trainerduo Sascha und Marco Wiesler stammt aus Weikersheim und nicht zuletzt ging es beim Spiel darum, wer im Damenfußball im Altkreis Mergentheim im direkten Vergleich die Nase vorn hat.

Das Spiel startete erwartungsgemäß mit Torchancen auf beiden Seiten, jedoch hatte Creglingen die besseren Einschussmöglichkeiten. Einige Nicklichkeiten der Weikersheimer Abwehrreihe brachte Creglingen mehrere Freistoßmöglichkeiten, so nach etwa einer halben Stunde, als Jessica Vogt knapp übers Tor zirkelte. Postwendend konnte sich Torhüterin Nina Scheiderer auszeichnen, als sie in einer 1:1-Situation glänzend parierte. Gegen Ende der ersten Halbzeit bekam Creglingen spielerisches Übergewicht, vier Torchancen ab der 40. Minute zeugen davon: Zunächst scheiterte Laura Müller nach einer Ecke, anschließend rettete Weikersheims Torhüterin den Freistoß von Michéle Fries in höchster Not aus dem langen Winkel, danach schoss Lena Melber über das Tor, bevor quasi mit dem Halbzeitpfiff die bis dato größte Chance der Creglingerinnen vergeben wurde: Eine scharfe Hereingabe von Daniela Pfeuffer nach Zuspiel von Annett Geißendörfer segelte an der Torlinie entlang, doch leider war Lena Melber´s Fuß wenige Zentimeter zu kurz, sonst hätte sie den Ball ohne Probleme über die Linie drücken können, denn Weikersheims Torhüterin war schon bezwungen.

Halbzeitstand 0:0

Nach einer motivierenden Halbzeitansprache der Wiesler-Brüder verschärften die Creglingerinnen das Tempo nochmals deutlich: Schon fünf Minuten nach Wiederanpfiff stand die nächste Großchance auf dem Creglinger Konto: Annika Kapp´s Kopfball wurde jedoch erneut von Weikersheims Keeperin gehalten. Den folgenden Abstoß fing Creglingen ab und zwang der Gästeabwehr einen Eckball auf. Diesen trat die überragend aufgelegte Jessica Vogt, lehrbuchmäßig verwandelt wurde der Eckball von Ramona Welzel, die sich mit diesem Tor für ihre großartige Laufarbeit auf der rechten Außenbahn belohnte.

In der Folgezeit war den Weikersheimerinnen deutlich anzumerken, dass sie sich die Meisterfeier nicht von Creglingen vermiesen lassen wollten. Mehrmals hatte Creglingens Abwehr brenzlige Situationen zu meistern. Die größte Chance hatte Weikersheim kurz vor Ende der Partie, aber an Schlussfrau Nina Scheiderer war an diesem Tag einfach kein Vorbeikommen, sie boxte den eigentlich unhaltbaren Ball großartig weg.

Nicht zuletzt der starken Abwehr der Creglingerinnen muss beim Derby – aber auch für die gesamte Runde in der Bezirksliga – ein großes Lob ausgesprochen werden: In insgesamt 18 Spielen ließ die Creglinger Hintermannschaft nur elf Gegentreffer zu – das ist Ligaspitze. Die bärenstarke Innenverteidigung bildeten beim Derby Luisa Dobernek und Franziska Wirth. Ergänzt wurde das Creglinger Bollwerk in der abgelaufenen Saison von Susanne Bruder, die aber verletzungsbedingt beim Derby nicht mitwirken konnte.

Ausblick

In den nächsten Tagen entscheidet sich Weikersheim, ob es als Meister den Aufstieg in die Regionenliga annehmen wird. Auch die Entscheidung des zweitplatzierten Morsbach zur Teilnahme an der Relegation – oder falls Weikersheim auf den Aufstieg verzichtet zum direkten Aufstieg – steht noch in den Sternen. Im Creglinger Lager bleibt also die Hoffnung auf die Teilnahme an der Relegation erhalten. So könnte sich das Team mit zwei Bonusspielen beim scheidenden Trainerduo Sascha und Marco Wiesler für eine tolle Saison bedanken.
(Daniela Pfeuffer)